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Wie alles begann..

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   Im Jahr 1969 eröffneten Willi ein Motorrad Geschäft in Wiesbaden unter dem Namen "Motorrad Michel".

 

Zuerst wurden nur Motorräder repariert. 1970 kam Günter mit dazu und man teilte sich die Aufgaben. Willi war für  den Verkauf und Günter für die Werkstatt zuständig, denn man hatte inzwischen mit dem Verkauf von BSA, Triumph und Norton begonnen. Auch mit dem Motorsport ging es los. So fuhr Günter mit einer BSA 441 Moto-Cross und man begann mit dem Umbau einer 500 BSA für Straßenrennen. Wie man unschwer erkennen kann, waren sie schon damals ein Gewichtsfanatiker. Dieses Motorrad hatte fahrfertig nur 95Kg und ca. 55Ps. Die BSA wurde vorwiegend bei den damals beliebten Bergrennen eingesetzt.

   

500er BSA ala Willi

 

schmal und leicht / Michel-BSA

 

   1972 wurden sie dann BMW Vertragshändler.

Und so nahm die Geschichte ihren Lauf .

Schon im ersten Jahr wurden 30 BMW verkauft! Sie merkten recht schnell, das ihre Zukunft bei den BMW Motorrädern lag, die ihnen einerseits gute Verkaufszahlen brachten, man diese aber andererseits auch für den Rennsport nehmen konnte. So trennte sie sich von den "Engländern" und befassten sich fortan nur noch BMW Motorräder.

In seiner Jugend ist Willi sehr erfolgreich Moto-Cross gefahren. Mit einer 500er Konsul, dann mit DKW später auf Maico und zuletzt mit einer 500er Gilera. Er hatte in dieser Zeit einige Rennen gewonnen.

   

Willi (11)

 

Willi beim Moto-Cross

Jetzt wollte Willi mit einer BMW Enduro-Rennen fahren! Man lieh er sich zu Anfang von einem Bekannten eine GS auf /5 Basis mit einem R69S Motor um Geländerennen zu fahren. Ein Jahr später hat er dann eine eigene GS auf Basis der R75/5 gebaut. Bei EM und DM-Läufen traf er auf Fahrer wie Scheck, Fischer usw. die diesen Sport schon damals Professionell betrieben. Willi hingegen fehlte die Freizeit, um wirklich erfolgreich Motorsport zu betreiben, da das Geschäft immer mehr Zeit in Anspruch nahm.

Anfang 1973 kam Karl-Heinz Schade zu den beiden und fragte an, ob er nicht eine BMW haben könnte, mit der er an Zuverlässigkeitsfahrten (Zufi) teilnehmen wollte. Geizig wie Karl-Heinz nun mal war, sollte das Motorrad natürlich kostenlos sein, dafür würde er ja auch Werbung bei Sportveranstaltungen machen und somit künftige Kunden ansprechen. So wurde der Grundstein für eine langjährige Freundschaft gelegt. Es wurden einige schöne BMW gebaut, die dem Reglement der Zufi entsprachen und Karl-Heinz gewann damit einige Rennen.

 

   

Das Zufi Motorrad aus den 70er Jahren steht heute noch original erhalten bei der Fa.Ktt in Bad-Homburg

 

Auch damals schon ein schönes Motorrad

 

Später haben beide auch mal zusammen als Fahrer an Rennen teilgenommen.

 

1975 belegte Willi  mit Karl-Heinz Schade bei den 1000km von Hockenheim den ersten Platz in der Klasse über 750 bis 1000ccm.

 

  Hockenheim

   Nr.21 Willi,

   Nr.4 K.H.Schade

   beide auf einer BMW R90S!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ende 1975hat Willi sein Geschäft  verkauft.

Als es keine Zufi-Veranstalltungen mehr gab haben Willi und Günter ein neues Betätigungsfeld gesucht.

Der Straßenrennsport konnte beginnen

Anfang 1976 hat er dann in Mommenheim, wo er auch gewohnt hat, sich nur noch mit  Rennsport und Tuning von BMW Motorrädern befaßt.

Günter nahm einen Job bei der Lufthansa als Flugzeugmechaniker an. Er unterstützte aber seinen Bruder beim Anfertigen der Motorräder und im Rennsport.

Beide haben sich immer für die Technik im Formel 1 Rennsport Interessiert. Deshalb ging schon früh der Versuch mit leichten Materialien wie Titan oder Magnesium los. Viele schwere Metallteile wurden durch hochwertiges Alu ersetzt. Jedes Teil hohl gebohrt, überstehende Schrauben gab es nicht.

So wurden Renner für die Teilnahme an Formel 750 Läufe auf die Beine gestellt. Die Formel 750 war eine Motorrad Weltmeisterschaft für Seriennahe Motorräder (ahnlich der heutigen Superbike-Klasse), die von 1973 - 1979 von der FIM ausgetragen wurde. Man hat mit Karl-Heinz Schade als Fahrer an Rennen (1976/77) in Deutschland, Belgien, Holland, England und Italien teilgenommen. Hier wurde auch schon mal gegen Legenden wie Agostini (der in Imola mit der 750er MV am Start war) gefahren.

Deshalb haben sie für diese Rennen ein spezieller Motor gebaut, der auf dem /5 Basierte, aber eine Rollen gelagerte Kurbelwelle der R50S enthielt. Dieser Motor drehte knapp 10000U/min und hatte durch den etwas kürzeren Hub nur 720ccm. Dadurch konnte eine kurze Endübersetzung genommen werden, womit das Motorrad besser beschleunigte, was sich auf die Rundenzeiten auswirkte.

Was die wenigsten wissen: die meisten ihrer Motoren hatten nicht mehr als 820ccm bzw. 850ccm auf Basis der R65. Später als die 1000er (2 Ventil) Motoren da waren, wurde ihre Theorie bestätigt. Diese hatten zwar auf dem Prüfstand mehr Leistung, die Rundenzeiten wurden aber nicht viel schneller.

Mit dem neuen 4 Ventil-Boxer kann man schon mehr Leistung erzielen, aber sie kamen um Jahre zu spät.

 

   Wer weiß, was Sie aus dem gemacht hätten?

 

Willi und Günter haben auch an den von der Zeitschrift "Motorrad" veranstalteten Tuner-Treffen teilgenommen. Hierbei wurde (1977 !) mit einer Michel-BMW schon mal über 240km/h durch die Lichtschranken gefahren. Damit war man schneller als die ebenfalls gemessene Performance Kawasaki von Gudier/Genud.

 

   Damals stand im "Motorrad"   / schnellste BMW der Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Geschäft mit den Umbauten für die Straße boomte mittlerweilen, was für Willi und Günter bedeutete, das sie viel weniger Zeit für die Fertigung ihrer Rennmaschinen hatten.

 

Um hier Abhilfe zu schaffen übergaben man den Vertrieb von Michel-Teilen an die Fa. Winkelbeiner in Ingolstadt.

 

       

R100 mit Michel-Teilen

 

Michel-Prospekt

 

Umbausatz Verkleidung / Sitzbank

 

Willi war ein exzellenter Tüftler und hatte goldene Hände bei der Anfertigung von Teilen. Da wurde auch schon einmal eine Fußrastenanlage von Hand hergestellt, die danach aussah, als ob diese CNC-Gefräst wurde.

Als neues Betätigungsfeld sollte ab 1978 an Langstreckenrennen teilgenommen werden. Zu Anfang hat Willi noch selbst mit Karl-Heinz Schade an 24h Rennen als Fahrer teilgenommen! Günter und einige Freunde waren als Helfer tätig. Nach einen schweren Unfall in Paul-Ricard und der Erkenntnis, das die Langstrecke immer Professioneller wurde, hat man sich nur noch auf die Herstellung und Betreuung der Maschinen konzentriert. Außerdem wurden ihre Motorräder immer leichter und Karl-Heinz wog immerhin über 80Kg.  Da man ihn nicht erleichtern (anbohren) konnte, mußte er wohl oder übel einem anderen Fahrer Platz machen.

 Ein neues Motorrad wurde dann speziell für die Endurance - Rennen aufgebaut!

   

Michel - BMW  ( noch mit 1000er Motor )

 

Cantilever - Rahmen

 

 Freddy Colleweart

 hier mit Garry van Royen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freddy war nun mit verschiedenen Partnern für das Michel - Team unterwegs. Da dieser Englisch, Französisch, Holländisch, Spanisch, Flämisch und "Hessisch" sprach, war er auch lange Zeit Fahrersprecher bei den Langstrecken Rennen. Zu seinen Freunden zählten  unter anderem auch die Honda Werksfahrer Mike Baldwin und Dave Aldane, dessen Markenzeichen ein Skelett auf dem Rennkombi war.

An den Sart zu den Langstreckenrennen gingen Motorräder mit verschiedenen 1000ccm Motoren. So waren2 Zylinder (BMW.Ducati,Moto-Guzzi) 3 Zylinder (BSA-Rocket 3) 4 Zylinder (Honda,Yamaha,Suzuki,Kawasaki) sowie 6 Zylinder (Honda,Laverda)am Start. Außerdem gab es noch die Prototypen Klasse mit einer Vielzahl an schönen (Interesanten) Konstruktionen!.

 

Die Endurance-WM wurde damals auf folgenden Strecken ausgetragen:

 

8 Std.  Assen / 8 Std. Nürburgring / 1000Km Östereichring / 24 Std. Barcelona / 8 Std. Suzuka / 24 Std. Spa / 1000 Km Misano / 6 Std. Zandvoort / 24 Std. Le Mans / 24. Std. Paul-Ricard

Einige gute Plazierungen waren:

9. Platz im Montjuic-Park / Barcelona mit Collawaert / Languy

7. Platz in Mettet / Belgien mit Lottmann / Sturm

7. Platz in Spa / Belgien mit Collawaert / Sturm

7. Platz beim Bol - Dor / Frankreich mit Collawaert / Collard

Es war immer schwer, mit einem (privaten) 2 Zylinder gegen die schnellen 4 Zylinder anzutreten. Aber die Michel-Brüder schafften es meist unter die Top. 20

z.B. 16. Platz vom 8 Std.Rennen in Assen 1980 / hier die Teilnehmerliste, darunter auch viele deutsche.

De deelnemers aan de 8 Uren endurancerace van Assen 15 mei 1980

Platz.

1e rijder

Land

2e rijder

Land

Machine

1.

Christian Léon

F

Jean-Claude Chemarin

F

Honda

2.

Marc Fontan

F

Hervé Moineau

F

Honda

3.

Dominique Pernet

F

Jacques Luc

F

Dholda Honda

4.

Jack Buytaert

B

Olivier Liegeois

B

Dholda Honda

5.

Johan v/d Wal

NL

Bert Struijk

NL

Honda

6.

Jean-Bernard Peyré

F

Fabien Gibol

F

Suzuki

7.

Winfried Schneider

D

Peter Dyrda

D

Honda

8.

Christian Huguet

F

Christian Berthod

F

Kawasaki

9.

Jean-Pierre Oudin

F

Gérard Coudray

F

Honda

10.

Roger Ruiz

F

Darryl Pendlebury

GB

Kawasaki

11.

Helmut Dähne

D

Alex George

GB

Honda

12.

Roger Kockelmann

B

Horst Scherer

D

Honda

13.

Dominique Auguin

F

Jean-Pierre Nichon

J

Honda

14.

Udo Stüsser

D

Alois Tost

D

Kawasaki

15.

Colin Aldridge

GB

Tony Nash

GB

Kawasaki

16.

Freddy Collewaert

B

Norbert Sturm

D

Michel-BMW

17.

Günther Nussmüller

A

Michael Schmid

A

Honda

18.

Marc Chabert

F

Philippe Sagnol

F

Kawasaki

19.

Steve Eldridge

GB

Arhur Moloney

GB

Kawasaki

20.

Eric Fisset

B

Jean-Louis Michel

B

Suzuki

21.

Frédéric Fourgeaud

F

Pierre Etienne Samin

J

Kawasaki

22.

Giles Brin

F

Gerard Duval

F

Suzuki

23.

Marc Wilkin

B

Guy de Kroon

B

Suzuki

24.

Jean-Paul Boinet

F

Luc Terrasse

F

Ducati

25.

Gérard Laret

B

Alain Thiebaut

F

Laverda

26.

Alistair Copland

GB

Fred Huggett

GB

Honda

27.

Knut Briel

D

Uwe Treskatis

D

Honda

28.

Mike Trimby

GB

Marty Lunde

USA

Kawasaki

29.

Mick Hemmings

GB

Rob Harrington

GB

Suzuki

30.

Peter Hartenstein

D

Franz-Josef Schermer

D

Honda

31.

Horst Glück

D

Hermann Wittor

D

BMW

32.

James Wells

GB

Tony Osborne

GB

Kawasaki

33.

Gianni del Carro

I

Angelo Laudati

I

Honda

34.

Angelo Bruno Rusconi

I

Giuliano Perondi

I

Moto Guzzi

35.

Holger Krause

D

Helmut Wüstenhöfer

D

BMW

36.

Dave Camier

GB

Dave Hughes

GB

Kawasaki

37.

Erwin Loichinger

D

Clemens Driesch

D

Kawasaki

38.

Walther Dührkop

D

Bernward Wiemker

D

Kawasaki

39.

Wolfgang Wellbrock

D

Rainer Gaumann

D

Ducati

40.

Pierre Guy

F

Claude Fior

F

Honda

41.

Klaus Becker

D

Friedhelm Kwabek

D

BMW

42.

Pieter Blaauboer

NL

Gary Green

GB

Suzuki

43.

Hans Sparreboom

NL

Rob Noorlander

NL

Honda

44.

Marco Bonke

NL

Richard Borrenbergs

NL

Laverda

45.

Henk Kiewiet

NL

Fred Coopman

NL

Moto Guzzi

46.

Martin Jansen

NL

Cees Cornwall

NL

Kawasaki

47.

Martin Schouten

NL

Henk van der Mark

NL

Laverda

48.

Jan de Wit

NL

Bernard Verweij

NL

Yoshimura

49.

Gerard Flameling

NL

Jos Schurgers

NL

Kawasaki

50.

Jaap Groeneveld

NL

Ruud van Leijden

NL

Laverda

 

Der Höhepunkt eines jeden Jahres war eigentlich die Teilnahme an den 24h von Paul Ricard (Bol-Dor) in Süd - Frankreich. Wer hier einmal war und diese Atmosphäre geschnuppert hatte, kam immer wieder gern. - Alleine schon wegen dem (Tier gegen Schwachsinn) Stierkampf - 

 

   

Staraufstellung beim Bol-Dor

 

Immer volles Haus, selbst auf dem Dach war die Hölle los

 

   

Freddy Colleweart

 

Michel-Team ( in Gelb )

 

 Die zweit schönste Strecke war Spa. Der Kurs in den Ardennen verlangt viel von Fahrer und Motorrad.

 

Bei einem 24 Std.Rennen von Spa 1980 mußte Freddy ( nach eimem Kupplungschaden) das Motorrad fast die ganze Strecke ca. 1 Stunde zur Box zurüchschieben! Lohn der Anstrengung war nach einer schnellen Reperatur noch der 21. Platz.

 

 

 

  Tankstopp in Spa

  hier war am Getriebe / Kupplung noch alles OK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

   

völlig kaputt - Freddy in der Box

 

hier wird er vom Motorrad gehoben

 

beim Bergabstück kurz vor der Box!

 

Freddy beim 24h Renn in Paul-Ricard

 Freddy verstarb am 13.07.2017 nach einer schweren Krankheit. Er war ein super Typ und fahrererrich wie menschlich eine Ausnahme.

 Er bleibt für immer ein Mitglied der "Michel-Familie".

 

Keine Frage, Willi und Günter hatten enormes geleistet im Rennsport. Aber ohne die Mitbewerber wie: Fallert, Ramacher, Wüdo, Gus Kuhn, Krauser usw. die auch mit Ihrer BMW am Start waren, hätten die Beiden diesen Erfolg nicht gehabt. Sie wollten aber die schnellste BMW im Feld haben. Und das haben sie auch meistens erreicht.

Ihre Vorbilder waren Männer wie Friedel Münch und Helmut Fath, die auch immer mit Enthusiasmus an der Verwirklichung ihrer Träume gearbeitet hatten.

Sie waren perfektionisten. Nichts war ihnen gut genug, die Motorräder wurden immer leichter und schneller. So wurde auch ein Italiener auf die beiden aufmerksam, der seinen Traum, mit einer BMW Weltrekorde zu fahren, mit Willi und Günters Hilfe verwirklichen wollte. Bei Pininfarina wurde die von Luigi Colani entworfene Verkleidung gefertigt, das Fahrwerk in Italien gebaut, BMW steuerte einen langen Endantrieb bei und die Michel Brüder lieferten den Motor. Das Projekt wurde von Olio - Fiat gesponsort, die Rekorde in Nardo (Süd Italien) gefahren. Das Motorrad war knapp über 300km/h schnell und verbrauchte dabei gerade mal 3 Liter Kraftstoff auf dem kreisrunden Hochgeschwindigkeitskurs.

   

Willi und Günter im Gespräch mit Ditmar Beinhauer

 

Erster Startversuch

Diese 1980 gefahrene 3 Weltrekorde mit 2 Zylinder-Motorräder (Luftgekühlt) bis 1000ccm sind:

Über 1 Stunde mit 225,98 km/h

Über 1000 km in 4h / 28min (222,39 km/h)

Über 6 Stunden mit 214,65 km/h

 

Ein weitere Höhepunkte war die Teilnahme am BoT Lauf in Daytona/USA. Hier lernten beide das BMW-Team von Butler & Smith kennen. Es wurden geschäftliche Beziehungen geknüpft und man tauschte Informationen aus. Die gigantische Leistung der B&S Motoren hat Willi begeistert, das Finish der Motorräder weniger. Leider scheiterte das eigene Unternehmen an den Sprachkenntnissen und man füllte Bleifreien statt Verbleiten Sprit in den Tank, was zu einem kapitalen Motorschaden führte.

 

 "Michel-BMW" in Daytona

  Motor mit 1000er Mahlekolben

  Fahrwerksversteifung

  S-Cockpitverkleidung

  R100RS Einmannsitzbank

  Tank R80G/S

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Paraleverschwinge von Willi und Günter

 

41er Dell-Orto mit Zusatzdüse im Ansaugtrichter


Mittlerweilen hatte man sich von der Fa. Winkelbeiner in Ingolstadt getrennt. Bernd Kilb aus Bad Homburg, ein Geschäftsfreund von Willi und Günter, übernahm fortan unter dem Namen "Ktt"  den Vertrieb von Michel-Teilen.

Die beiden überlagten, wie sie den geschäftlichen Ablauf noch besser organisieren konnten.. Der Bedarf an Straßenmotorräder wurde immer größer. Deshalb hatte sich Günter 1981 in Oppenheim selbständig gemacht. Er war dort unter dem Namen "GMR" für den "normalen" Kunden zuständig. Willi hat sich weiterhin ( nur noch) dem Rennsport gewidmete. Günter hat ihn dabei so gut es ging unterstützt.

Das letzte gemeinsame Rennen von Willi und Günter war das 24h Rennen1982 in Barcelona.

Auf Einladung (1981) des spanischen BMW Importeurs sollten sie 1982 am  Rennen im Montjuic-Park teilnehmen. Als Fahrer hatte er schon drei spanische Piloten verpflichtet. Willi sollte für das Projekt ein neues Motorrad bauen! Das alte wurde kurzerhand an den spanische BMW Händler Busquet verkauft, der damit auch am 24h Rennen teilnehmen wollte. Als Verkaufshilfe hatte Willi die Betreuung während des Rennens zugesagt. Allerdings sollte auf verlangen von Busquet die schöne Rennverkleidung gegen eine Originale RS Verkleidung mit Serien Lenker ausgetauscht werden.

  - Etwas neues mußte her, was noch nie da war -

Nach etlichen Nächten und viel Hirnschmalz war es vollendet. Ein bis dahin nicht gekannter Leichtbau  wurde angefertigt. Dieser Mini-Boxer hatte fahrfertig mit Öl (ohne Benzin) 125kg.

Der 850ccm Motor (Basis war die R65 kurzhub Motor) leistete 66Kw (90 Ps) bei 8600/min. Einen Anlasser gab es keinen. Der Motor wurde über Kickstarter (4 Gang Getriebe /5) zum Laufen gebracht.

 

  Mini-Boxer /  Motor selsttragend im Eigenbau Rahmen / Schwinge am Motorgehäuse befestigt / 16 Zoll PVM-Räder / Motor Basis R65 mit 850ccm

 

Im Zeittraining zur Startaufstellung fuhren sie auf den achten Startplatz. Da keine Radlager für die Ersatzräder aufzutreiben waren, mußte man das Rennen leider nach 3 Std beenden.

Dafür lief es mit dem an "BMW-Busquts" verkaufte "RS" bestens. Selbst als Nachts das Licht am Motorrad ausfiel, konnte man wegen des beleuchteten Parks weiterfahren! Erst eine halbe Stunde vor Rennende mußte das Team auf Platz  fünf liegend wegen einem Getriebeschaden aufgeben.

Nach diesem Rennen gab es zu Hause sehr viel zu diskutieren! Der Verlußt vom Mini-Boxer hat beide doch sehr getroffen.

Man hat sich dann darauf geinigt, das Willi weiter Rennsport betreibt und Günter sich voll auf sein Geschäft konzentriert.

Nebenher, zu seinem Geschäft hat Günter seinem Bruder Willi beim Aufbau der Motorräder geholfen. Beim Rennsport konnte er ihn nicht mehr unterstützen, da sein Betrieb ihn voll in Anspruch nahm.

Wer weiß, was geworden wäre, wenn man zusammen weiter gemacht hätte....

 

 Die Devise der "Michel Brüder" war immer: "Für jedes Gramm Gewicht brauchen wir keine Motorleistung zu suchen."


Nach dem sie sich entschieden hatten, das Willi nur noch Rennsport betreibt, hat dieser die Langstreckenrennen beendet und sich der in Deutschland beliebten Superbike-Klasse (bis 1000ccm) angenommen.

Günter half ihm in der Übergangsphase noch beim Aufbau der Motorräder.

 Ihre Kunst als Hersteller einer Rennmaschine in Leichtbauweise hatten sie dabei erneut mit einer BMW mit Kettenantrieb bewiesen.

 

   

Sruik BMW

 

Boxer mit Kettenantrieb!

 

Mit dem "Ketten-Boxer haben sie mit dem holländischen Team Grünewald / Mantel ( von Struik gesponsert ) in die Superbike-Klasse teilgenommen.

 

   

leicht und schnell

 

Ketten-BMW im Einsatz

 

Da diese Klasse für Motorräder bis 1000ccm ging, haben sie auch einige K-Rennmaschinen hierfür gebaut.

 

 

 

  Michel K100 Racing

  auch hier ein extremer Leichtbau auf K100 Basis mit 4 Fallstromvergaser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Michel K100 Racing

  Bremse vorn mit mechanichem Ani-Dive

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als dann das BoT Zeitalter anbrach, haben sie unter anderem für Harald Neckerauer einen leichten Boxer mit geänderten "Krauser" 4 Ventil Köpfen aufgebaut und Willi hat ihn betreut.

 

geänderter "Krauser" Rahmen mit K100 Schwinge / Motor mit "Krauser 4V Kopf"

 

 

 

  Michel-MKM-BMW

  Harald Neckerauer 1989 auf der von Willi sehr schön aufgebauten BoT-BMW mit Krauser Gitterrohrrahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Danach hat man auch für "Handrisch & Mayer" den Boxer für die ersten Einsätze in der BoT angefertig.

 

 

 

 

H&M-BMW

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider war es Willi selbst, der durch seinen Perfektionismus, das Leben von sich und anderen schwer machte. 

Wenn ein Motorrad an einem Wochenende mal gut lief, hat er es kurzerhand Montags zerlegt, um noch mehr Leistung zu suchen oder Teile zu verbessern.

Der Betrieb war einfach zu klein, um sich solche Dinge leisten zu können! Andererseits kann man ihn im nachhinein verstehen, denn

"Stillstand ist Rückgang".

Willi war als genialer Tüfftler seiner Zeit weit vorraus und er hätte wohl heute noch mit Günter zusammen noch jede Menge Spaß im Motorradsport ....

 

Er starb am 03.09.1995 im Alter von 57 Jahren nach einer schweren Erkrankung.

 

 

 

 

                  

 

 

Rennsport mit 2V Boxer  | michel-bmw@t-online.de